BSG (Blutsenkungsgeschwindigkeit)
Die BSG (Blutsenkungsgeschwindigkeit, Erythrozytensedimentationsrate, ESR) misst, wie schnell sich rote Blutkörperchen in einem Röhrchen absetzen. Bei Entzündungen, Infektionen und bestimmten Erkrankungen sinken sie schneller – da Entzündungsproteine (Fibrinogen, Immunglobuline) die Verklumpung fördern.
Klinische Bedeutung
Die BSG ist ein unspezifischer Entzündungsmarker mit langer Tradition, aber geringer Spezifität. Sie steigt langsamer an als CRP (Stunden vs. Tage) und normalisiert sich langsamer. Besonders hilfreich bei der Verlaufskontrolle chronisch-entzündlicher Erkrankungen (rheumatoide Arthritis, Riesenzellarteriitis, M. Still) und bei der Abklärung unklarer Beschwerden. Bei der Riesenzellarteriitis kann eine stark erhöhte BSG (> 50 mm/h) diagnostisch wegweisend sein. CRP ist für die meisten Fragestellungen aussagekräftiger.
Referenz- und Optimalwerte
Männer: < 15 mm/1h; Frauen: < 20 mm/1h (nach Westergren). Werte steigen physiologisch mit dem Alter. > 50 mm/h gilt als deutlich erhöht und erfordert weitere Abklärung.
Mangelzeichen & Symptome
Erhöhte BSG verursacht selbst keine Symptome – sie ist immer ein Hinweis auf einen entzündlichen oder anderen pathologischen Prozess. Je nach Ursache: Schmerzen, Schwellungen, Fieber, Abgeschlagenheit.
Kosten in Deutschland
| Labor / Anbieter | Preis |
|---|---|
| Richtwert (DE, GOÄ) | ~2,68 € |
Preise als Richtwert (GOÄ-Faktor 1,15). Laborärztliche Leistungen sind umsatzsteuerfrei (§ 4 Nr. 14 UStG). Individuelle Preise können abweichen.