Vor der Blutabnahme: Essen, Trinken, Sport und Medikamente
Muss man vor jeder Blutabnahme nüchtern sein?
Nein. Ob Nüchternheit nötig ist, hängt von den beauftragten Untersuchungen ab. Für ein Blutbild oder den HbA1c-Wert allein ist sie normalerweise nicht erforderlich. Eine Messung des Nüchternblutzuckers setzt dagegen eine festgelegte Zeit ohne Nahrung voraus.
Wenn nüchternes Erscheinen angeordnet wurde, bedeutet das meist, acht bis zwölf Stunden vor der Abnahme nichts zu essen und nur Wasser zu trinken. Die genaue Dauer legt die Praxis oder das Labor für die geplanten Tests fest. Längeres Fasten als vereinbart macht das Ergebnis nicht automatisch genauer.
Wer Diabetes hat, schwanger ist oder aus anderen Gründen nicht problemlos fasten kann, sollte die Vorbereitung vorher besprechen. Das gilt besonders, wenn Medikamente eine Unterzuckerung begünstigen können. Nüchternheit sollte nicht ohne passenden Einnahmeplan erzwungen werden.
Sind Wasser, Kaffee und Rauchen erlaubt?
Bei einer nüchternen Blutabnahme ist gewöhnliches Wasser in üblicher Menge normalerweise erlaubt. Kaffee gehört nicht dazu, auch ohne Milch und Zucker. Ebenso sollten während der vereinbarten Nüchternzeit Tee, Saft, Energydrinks, Süßigkeiten und Kaugummi vermieden werden.
Rauchen kann Untersuchungsergebnisse beeinflussen und sollte vor einer standardisierten Abnahme unterbleiben. Auch ungewöhnlich viel Wasser zu trinken ist keine sinnvolle Vorbereitung. Maßgeblich bleiben die individuellen Anweisungen, etwa wenn eine Flüssigkeitsbegrenzung wegen einer Erkrankung besteht.
Wenn versehentlich gefrühstückt oder Kaffee getrunken wurde, sollte das vor der Abnahme angegeben werden. Das Labor kann dann klären, welche Untersuchungen trotzdem möglich sind. Der Termin muss nicht in jedem Fall vollständig ausfallen.
Wie wirken sich Sport, Alkohol und die Tageszeit aus?
Ungewohnt intensive Belastung kann unter anderem Muskelwerte und bestimmte Stoffwechselwerte verändern. Vor einer geplanten Kontrollmessung ist deshalb ein gewöhnlicher Tagesablauf ohne anstrengendes Training sinnvoll. Für eine standardisierte Blutabnahme wird häufig empfohlen, in den vorausgehenden 24 Stunden auf intensive körperliche Belastung und Alkohol zu verzichten. Für einzelne Fragestellungen können andere Abstände nötig sein.
Nach dem Ankommen hilft eine ruhige Sitzpause von etwa 15 Minuten, bevor Blut abgenommen wird. Wer gerade eine längere Strecke gerannt ist oder schwere Lasten getragen hat, sollte dies angeben. Auch ein akuter Infekt gehört zu den Informationen, die für die Auswertung wichtig sind.
Manche Hormone schwanken im Tagesverlauf. Bei Cortisol und Testosteron ist die Uhrzeit daher besonders relevant. Andere Werte hängen vom Menstruationszyklus ab. Für Verlaufskontrollen sollten die Bedingungen möglichst vergleichbar sein, sofern die Praxis nichts anderes vorgibt.
Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel vorher absetzen?
Verordnete Medikamente dürfen nicht eigenständig weggelassen oder verschoben werden, nur weil eine Blutabnahme ansteht. Je nach Wirkstoff und Fragestellung kann eine Messung vor oder nach der Einnahme vorgesehen sein. Das betrifft beispielsweise die Bestimmung eines Medikamentenspiegels oder bestimmte Kontrollen unter Schilddrüsenhormonen.
Vor dem Termin sollte deshalb geklärt werden, welche Mittel wann eingenommen werden sollen. Hilfreich ist eine Liste mit Präparat, Dosis und Zeitpunkt der letzten Einnahme. Darauf gehören auch frei verkäufliche Produkte, Vitaminpräparate und Sportnahrung.
Besonders wichtig ist Biotin, das in manchen Präparaten für Haare und Nägel hoch dosiert enthalten ist. Es kann bestimmte Labormethoden stören und dadurch scheinbar erhöhte oder erniedrigte Ergebnisse verursachen, unter anderem bei Hormonmessungen. Ob eine Einnahmepause nötig ist und wie lange sie dauern soll, hängt vom Präparat, der Dosis und der verwendeten Untersuchung ab. Eine pauschale Frist passt nicht für alle Tests.
Kurze Checkliste für den Termin
- Untersuchungen klären: Welche Werte werden bestimmt, und ist dafür Nüchternheit nötig?
- Einnahme abstimmen: Was gilt für Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel?
- Zeitpunkt beachten: Sind Uhrzeit, Zyklustag oder Abstand zur letzten Dosis vorgegeben?
- Besonderheiten nennen: Infekt, intensive Belastung, abweichende Vorbereitung und frühere Kreislaufprobleme angeben.
- Nachsorge planen: Wann liegt das Ergebnis vor, und wer bespricht auffällige Werte?
Wer bei Blutabnahmen zu Ohnmacht neigt, sollte das vor dem Einstich sagen. Häufig kann die Abnahme im Liegen erfolgen. Nach einer nüchternen Blutabnahme ist ein mitgebrachter kleiner Imbiss praktisch, sofern keine weitere Untersuchung mit Nüchternheitsvorgabe folgt.