Quecksilber (Vollblut)
Quecksilber kommt in verschiedenen Formen vor: als anorganisches Quecksilber (Amalgam, Industrie), als organisches Methylquecksilber (Fisch, besonders Raubfisch) und als elementares Quecksilber (Dämpfe). Methylquecksilber aus Fischkonsum ist die häufigste Expositionsquelle in der Bevölkerung und passiert leicht die Blut-Hirn-Schranke sowie die Plazenta.
Klinische Bedeutung
Hohes Vollblut-Quecksilber entsteht fast immer durch häufigen Konsum großer Raubfische (Thunfisch, Schwertfisch, Hai, Heilbutt). Amalgamfüllungen tragen zur anorganischen Belastung bei, ihr Beitrag ist jedoch umstritten. In der Schwangerschaft ist Quecksilber besonders kritisch – es beeinträchtigt die Gehirnentwicklung des Kindes. Quecksilber konkurriert mit Selen (Antagonismus) – bei erhöhten Quecksilberspiegeln sollte Selen mitbestimmt werden.
Referenz- und Optimalwerte
Vollblut: < 20 µg/l (HBM-I-Wert; entspricht moderatem Fischkonsum). > 50 µg/l = hohe Exposition; Expositionsquelle suchen und reduzieren. In der Schwangerschaft besonders niedrig halten.
Optimal unter 5 µg/L
Mangelzeichen & Symptome
Chronisch erhöht: Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme, Kribbeln in Händen und Füßen, Sehstörungen, Zittern, Stimmungsschwankungen. In der Schwangerschaft: Entwicklungsstörungen beim Kind.
Kosten in Deutschland
| Labor / Anbieter | Preis |
|---|---|
| Richtwert (DE, GOÄ) | ~27,48 € |
Preise als Richtwert (GOÄ-Faktor 1,15). Laborärztliche Leistungen sind umsatzsteuerfrei (§ 4 Nr. 14 UStG). Individuelle Preise können abweichen.