Prolaktin
Prolaktin ist ein Hormon der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), das primär die Milchproduktion in der Stillzeit stimuliert. Es wird aber auch bei Stress, nach dem Geschlechtsverkehr und im Schlaf ausgeschüttet. Erhöhte Prolaktinwerte außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit können Sexualfunktion und Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
Klinische Bedeutung
Erhöhtes Prolaktin (Hyperprolaktinämie) ist eine häufige, oft übersehene Ursache für Zyklusstörungen, ausbleibenden Eisprung und unerfüllten Kinderwunsch bei Frauen sowie für Libidoverlust und Erektionsstörungen bei Männern. Häufige Ursachen: Hypophysenadenom (Prolaktinom), Schilddrüsenunterfunktion, Stress und bestimmte Medikamente (Antidepressiva, Magenmittel wie Metoclopramid). Abnahme sollte morgens nüchtern und in Ruhe erfolgen – Stress erhöht den Wert akut.
Referenz- und Optimalwerte
Frauen (nicht schwanger/stillend): 2–29 ng/ml; Männer: 2–18 ng/ml. Werte > 50 ng/ml erfordern weitere Abklärung (MRT Hypophyse). Abnahme morgens nüchtern und ohne vorherigen Sport.
Mangelzeichen & Symptome
Erhöhtes Prolaktin: Zyklusunregelmäßigkeiten, Galaktorrhoe (Milchaustritt außerhalb der Stillzeit), Libidoverlust, Erektionsstörungen, Unfruchtbarkeit, Kopfschmerzen bei Prolaktinom. Erniedrigt: selten klinisch relevant.
Kosten in Deutschland
| Labor / Anbieter | Preis |
|---|---|
| Richtwert (DE, GOÄ) | ~23,46 € |
Preise als Richtwert (GOÄ-Faktor 1,15). Laborärztliche Leistungen sind umsatzsteuerfrei (§ 4 Nr. 14 UStG). Individuelle Preise können abweichen.