Kreatinin
Kreatinin ist ein Stoffwechselprodukt aus dem Muskelstoffwechsel und wird ausschließlich über die Nieren gefiltert und ausgeschieden. Der Serumwert ist daher ein direkter Marker für die Nierenfunktion. Da die Kreatininproduktion von der Muskelmasse abhängt, sind die Referenzwerte geschlechtsspezifisch.
Klinische Bedeutung
Kreatinin ist der am häufigsten verwendete Screening-Marker für die Nierenfunktion. Aus dem Serumwert wird mit der CKD-EPI-Formel die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) berechnet. Wichtig: Kreatinin steigt erst ab einer Einschränkung der Nierenfunktion um mehr als 50 % messbar an – frühe Nierenschäden können durch noch normales Kreatinin maskiert werden. Bei Verdacht auf frühe Nierenschädigung ist Cystatin C der sensitivere Marker. Regelmäßige Kontrolle wichtig bei Bluthochdruck, Diabetes und langfristiger Medikamenteneinnahme.
Referenz- und Optimalwerte
Männer: 0,7–1,2 mg/dl (62–106 µmol/l); Frauen: 0,5–1,0 mg/dl (44–88 µmol/l). eGFR: > 90 ml/min/1,73 m² = normal; 60–89 = leicht eingeschränkt; < 60 = behandlungsbedürftig.
Mangelzeichen & Symptome
Erhöht: oft lange symptomlos; bei weiter nachlassender Nierenfunktion: Abgeschlagenheit, Wassereinlagerungen (Ödeme), verminderter Urinausfluss, Bluthochdruck, Übelkeit. Erniedrigt: Hinweis auf geringe Muskelmasse oder Mangelernährung.
Kosten in Deutschland
| Labor / Anbieter | Preis |
|---|---|
| Richtwert (DE, GOÄ) | ~2,68 € |
Preise als Richtwert (GOÄ-Faktor 1,15). Laborärztliche Leistungen sind umsatzsteuerfrei (§ 4 Nr. 14 UStG). Individuelle Preise können abweichen.