Zink: Bedeutung für Immunsystem, Haut und Wundheilung
Was ist Zink und wofür braucht der Körper es?
Zink ist ein essenzielles Spurenelement, für das der Körper kein ausgeprägtes Speicherorgan besitzt. Es muss deshalb regelmäßig über die Nahrung zugeführt werden. Zink ist Bestandteil zahlreicher Enzyme und Proteine und an DNA-Synthese, Zellteilung, Proteinsynthese und Wundheilung beteiligt.
Zink wird für die Entwicklung und Funktion verschiedener Immunzellen benötigt, darunter T-Zellen, B-Zellen und natürliche Killerzellen. Es ist außerdem an der Gesundheit von Haut und Schleimhäuten, am Geruchs- und Geschmackssinn sowie an der Fortpflanzung beteiligt.
Wer ist besonders gefährdet für einen Zinkmangel?
Zink aus tierischen Lebensmitteln wird deutlich besser aufgenommen als aus pflanzlichen Quellen. Daher sind folgende Gruppen besonders gefährdet:
- Personen mit pflanzenbetonter oder veganer Ernährung, da Phytate in Getreide und Hülsenfrüchten die Zinkabsorption hemmen
- Ältere Menschen mit verminderter Resorptionsfähigkeit
- Personen mit Magen-Darm-Erkrankungen (Morbus Crohn, Zöliakie)
- Schwangere und stillende Personen mit erhöhtem Bedarf
- Personen mit chronischem Alkoholkonsum
- Personen mit Nierenerkrankungen oder nach bariatrischen Operationen
Symptome eines Zinkmangels
Da Zink so viele Prozesse beeinflusst, sind die Symptome eines Mangels vielfältig:
- Erhöhte Infektanfälligkeit, häufige Erkältungen
- Verzögerte Wundheilung
- Haarausfall und brüchige Nägel
- Entzündliche Hautveränderungen
- Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn
- Appetitlosigkeit
- Beeinträchtigte Spermaqualität bei Personen mit Hoden
- Wachstumsverzögerung bei Kindern
Viele dieser Symptome sind unspezifisch. Ob ein Bluttest sinnvoll ist, hängt von Beschwerden, Ernährung und möglichen Erkrankungen ab. Der Serumwert bildet die Versorgung nur eingeschränkt ab.
Referenzwerte im Blut
Zink im Serum wird in µg/dl oder µmol/l angegeben. Die Referenzbereiche hängen unter anderem von Tageszeit, Alter, Geschlecht und Labor ab. Eine häufig verwendete Orientierung ist:
- 70 bis 120 µg/dl (10,7 bis 18,4 µmol/l): Normaler Serumbereich
- Unter 70 µg/dl: Verdacht auf Zinkmangel
Die Interpretation sollte im klinischen Kontext und anhand des Laborreferenzbereichs erfolgen. Entzündungen und Infektionen können den Serumwert vorübergehend senken. Für vergleichbare Ergebnisse wird die Probe häufig morgens nüchtern abgenommen.
Zink über Ernährung und Supplementierung aufnehmen
Ernährungsquellen: Die besten Zinkquellen sind Austern (mit Abstand die zinkreichsten Lebensmittel), Rindfleisch, Leber, Kürbiskerne, Cashews, Linsen und Käse. Bei pflanzlichen Quellen empfiehlt sich Einweichen oder Fermentieren, um die hemmende Wirkung von Phytaten zu reduzieren.
Supplementierung: Bei einem nachgewiesenen Mangel richtet sich die Dosis nach Ursache und Ausprägung. Eine längerfristige Einnahme hoher Dosen kann die Kupferaufnahme beeinträchtigen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung schlägt für Nahrungsergänzungsmittel höchstens 6,5 mg Zink pro Tagesdosis vor. Die tolerierbare Gesamtzufuhr für Erwachsene liegt bei 25 mg aus Lebensmitteln und Präparaten zusammen.