Vitamin C: Mehr als nur Erkältungsschutz und was der Spiegel wirklich aussagt
Was ist Vitamin C und was macht es im Körper?
Vitamin C (Ascorbinsäure) ist ein wasserlösliches Vitamin, das der Mensch nicht selbst synthetisieren kann und ausschließlich über die Nahrung aufnehmen muss. Es ist eines der wichtigsten Antioxidantien und an vielen grundlegenden Körperprozessen beteiligt:
- Kollagensynthese: Vitamin C ist unverzichtbar für die Bildung von Kollagen, dem wichtigsten Strukturprotein in Bindegewebe, Haut, Knorpel, Knochen und Blutgefäßen.
- Immunfunktion: Es unterstützt die Aktivität von Immunzellen, fördert die Wundheilung und unterstützt verschiedene Funktionen des Immunsystems.
- Eisenresorption: Vitamin C verbessert die Aufnahme von pflanzlichem Nicht-Häm-Eisen im Darm deutlich.
- Antioxidativer Schutz: Es neutralisiert freie Radikale und schützt Zellen vor oxidativem Stress.
- Neurotransmittersynthese: Vitamin C ist an verschiedenen enzymatischen Prozessen beteiligt, unter anderem an der Synthese von Noradrenalin.
Wer ist gefährdet für einen Vitamin-C-Mangel?
Obwohl Vitamin C in vielen Lebensmitteln vorkommt, ist ein suboptimaler Versorgungsstatus häufiger als gedacht:
- Personen mit geringem Obst- und Gemüseverzehr
- Rauchende Personen: Rauchen erhöht den oxidativen Stress und den Vitamin-C-Verbrauch erheblich. Der Bedarf ist um schätzungsweise 35 % höher.
- Personen mit chronischem Alkoholkonsum
- Ältere Menschen mit einseitiger Ernährung
- Personen mit Malabsorptionserkrankungen
- Menschen in akuter Erkrankung oder nach Operationen (erhöhter Verbrauch)
- Personen unter chronischem Stress können einen erhöhten Vitamin-C-Bedarf haben. (Cortisol verbraucht Vitamin C)
Symptome eines Vitamin-C-Mangels
Ein leichter Mangel verläuft oft unbemerkt. Bei stärkerem und längerem Mangel entstehen typische Beschwerden:
- Müdigkeit, Erschöpfung und Reizbarkeit
- Erhöhte Infektanfälligkeit
- Verzögerte Wundheilung
- Trockene, raue Haut und Haarausfall
- Zahnfleischbluten und entzündliches Zahnfleisch
- Gelenkschmerzen
- Leichte Blutungen (Petechien) unter der Haut
Bei schwerem langfristigem Mangel entsteht Skorbut, eine heute in Deutschland sehr seltene, aber gefährliche Erkrankung mit schweren Blutungen und Bindegewebsschäden.
Referenzwerte und Labordiagnostik
Vitamin C wird im Plasma (oder Serum) in µmol/l oder mg/dl gemessen:
- Über 50 µmol/l (0,88 mg/dl): Ausreichend versorgt
- 23 bis 50 µmol/l: Niedrig-normaler Bereich
- Unter 23 µmol/l (0,4 mg/dl): Mangel
- Unter 11 µmol/l: Schwerer Mangel, Skorbut-Risiko
Wichtig: Vitamin C ist lichtempfindlich und oxidiert schnell. Die Blutprobe sollte rasch verarbeitet werden. Für eine zuverlässige Messung sollte das Labor entsprechend vorbereitet sein.
Vitamin C über Ernährung und Supplementierung
Ernährungsquellen: Besonders reich an Vitamin C sind Acerolakirsche, Hagebutte, Paprika (roh), Petersilie, Brokkoli, Kiwi, Zitrusfrüchte und Erdbeeren. Vitamin C ist hitze- und sauerstoffempfindlich, daher ist schonendes Zubereiten wichtig.
Supplementierung: Die empfohlene Tageszufuhr der DGE beträgt 110 mg für Erwachsene. Bei bestimmten Risikofaktoren wie Rauchen oder akuten Erkrankungen kann eine höhere Zufuhr sinnvoll sein. Vitamin C ist gut verträglich. Bei sehr hohen Dosen (über 2.000 mg täglich) kann es zu Durchfall kommen. Nierensteinpatienten sollten hohe Dosen ärztlich abstimmen, da Vitamin C zu Oxalat umgewandelt werden kann.