Selen: Funktionen, Versorgung und sichere Supplementierung

Was ist Selen und wozu braucht der Körper es?

Selen ist ein essenzielles Spurenelement, das als Bestandteil von Selenoproteinen im Körper wirkt. Diese Proteine erfüllen grundlegende Funktionen:

Die Schilddrüse enthält viel Selen. Eine zusätzliche Einnahme hilft bei Schilddrüsenerkrankungen trotzdem nicht grundsätzlich. Für eine routinemäßige Selengabe bei Hashimoto-Thyreoiditis ist der klinische Nutzen nicht ausreichend belegt.

Wer hat ein erhöhtes Risiko für Selenmangel?

Der Selengehalt pflanzlicher Lebensmittel hängt stark vom Boden ab. Europäische Böden enthalten im Vergleich zu manchen anderen Regionen weniger Selen. Ein ernährungsbedingter klinischer Mangel ist in Europa dennoch selten.

Ein erhöhtes Risiko besteht vor allem bei Erkrankungen mit verminderter Aufnahme oder erhöhten Verlusten, zum Beispiel chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, Mukoviszidose, Niereninsuffizienz oder Dialyse. Bei veganer Ernährung gilt Selen als potenziell kritischer Nährstoff.

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Symptome eines Selenmangels

Leichter Selenmangel verläuft meist symptomlos. Bei stärkerem Mangel können folgende Beschwerden auftreten:

Die weißen Flecken auf Fingernägeln werden häufig mit Selenmangel in Verbindung gebracht. Diese sogenannten Leukonychien entstehen jedoch meist durch Traumata der Nagelmatrix und sind kein zuverlässiger Selenmangel-Indikator.

Referenzwerte und Labordiagnostik

Selen kann im Serum, Plasma oder Vollblut gemessen werden. Die Ergebnisse sind nicht direkt austauschbar. Vollblut reagiert langsamer auf kurzfristige Veränderungen, während Serum oder Plasma stärker die aktuelle Versorgung abbilden. Maßgeblich ist der Referenzbereich des jeweiligen Labors.

Einen allgemein anerkannten "Optimalwert" speziell für die Schilddrüse gibt es nicht. Der Laborwert sollte zusammen mit Ernährung, Erkrankungen und eingenommenen Präparaten beurteilt werden.

Selen über Ernährung und Supplementierung

Ernährungsquellen: Zu den Selenquellen gehören Fisch, Fleisch, Eier, Kohl- und Zwiebelgemüse, Pilze und Hülsenfrüchte. Paranüsse können sehr viel Selen enthalten, der Gehalt schwankt jedoch stark. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät zu höchstens zwei Paranüssen am Tag.

Supplementierung: Eine zusätzliche Einnahme ist nicht pauschal erforderlich. Das Bundesinstitut für Risikobewertung schlägt für Nahrungsergänzungsmittel eine Höchstmenge von 40 µg Selen pro Tagesdosis vor. Höhere Dosierungen sollten nur nach ärztlicher Empfehlung und unter Berücksichtigung der gesamten Zufuhr eingenommen werden.

Häufige Fragen

Kann ich meinen Selenstatus als Selbstzahler bestimmen lassen?
Ja. Selen kann in einem Direktlabor oder in einer Arztpraxis ohne Überweisung als Selbstzahlerleistung bestimmt werden. Labguide zeigt dir den GOÄ-Richtwert und Labore in deiner Nähe.
Wie viele Paranüsse sollte ich täglich essen?
Wegen des stark schwankenden Selengehalts eignen sich Paranüsse nicht für eine genaue Dosierung. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt höchstens zwei Stück am Tag. Größere Mengen können die Selenzufuhr unnötig erhöhen.
Hilft Selen bei Hashimoto-Thyreoiditis?
Studien zeigen teilweise niedrigere Antikörperwerte, ein verlässlicher Nutzen für Beschwerden, Schilddrüsenfunktion oder Krankheitsverlauf ist jedoch nicht belegt. Deshalb wird Selen bei Hashimoto nicht routinemäßig empfohlen. Eine Einnahme sollte sich nach Versorgungslage und ärztlicher Beurteilung richten.
Kann man zu viel Selen einnehmen?
Ja. Eine chronisch zu hohe Zufuhr kann eine Selenose mit Haarausfall, Nagelveränderungen, knoblauchartigem Atem und neurologischen Beschwerden verursachen. Die tolerierbare tägliche Gesamtzufuhr für Erwachsene liegt nach EFSA bei 255 µg. Dabei zählt Selen aus Lebensmitteln und Präparaten zusammen.
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Medizinischer Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich zur allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Labwerte sollten immer im individuellen Kontext und in Absprache mit ihren Ärzten bewertet werden.