Schilddrüsenunterfunktion: Symptome, Ursachen und was der TSH-Wert verrät

Was macht die Schilddrüse und was ist Hypothyreose?

Die Schilddrüse ist eine schmetterlingsförmige Drüse unterhalb des Kehlkopfes. Sie produziert die Hormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin), die nahezu jeden Stoffwechselprozess im Körper beeinflussen: Herzfrequenz, Körpertemperatur, Energieverbrauch, Darmtätigkeit und die Funktion des Nervensystems.

Bei einer Hypothyreose (Unterfunktion) produziert die Schilddrüse zu wenig dieser Hormone. Der gesamte Stoffwechsel verlangsamt sich. Die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) registriert den Mangel und schüttet mehr TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) aus, um die Schilddrüse anzuregen, deshalb steigt der TSH-Wert bei einer Unterfunktion.

TSH ist der empfindlichste Screening-Parameter für Schilddrüsenfunktionsstörungen. Ein erhöhter TSH-Wert ist in der Regel das erste messbare Zeichen einer sich entwickelnden Unterfunktion, schon oft bevor freies T3 oder T4 auffällig werden.

Wie häufig ist Schilddrüsenunterfunktion?

Die Hypothyreose gehört zu den häufigsten Hormonstörungen. In Deutschland ist schätzungsweise jede zehnte Frau über 50 Jahren betroffen. Frauen erkranken generell deutlich häufiger als Männer, das Verhältnis liegt bei etwa 7:1. Die häufigste Ursache in Industrieländern ist die Hashimoto-Thyreoiditis, eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem schrittweise die Schilddrüse zerstört.

Eine subklinische Hypothyreose (erhöhtes TSH, aber noch normale Hormonspiegel) ist noch häufiger und kann bereits Symptome verursachen.

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Ursachen der Schilddrüsenunterfunktion

Die häufigsten Ursachen im Überblick:

Symptome: Woran erkenne ich eine Unterfunktion?

Die Symptome einer Hypothyreose entwickeln sich schleichend und werden oft als normale Erschöpfung oder Alterung fehlgedeutet:

Da diese Symptome unspezifisch sind und viele andere Ursachen haben können, ist ein Bluttest der einzige zuverlässige Weg zur Diagnose.

Nicht alle Menschen mit erhöhtem TSH haben ausgeprägte Symptome. Nach Beginn einer Hormontherapie, berichten einige Betroffene über eine Verbesserung des Wohlbefindens.

TSH-Referenzwerte: Was ist normal?

Der TSH-Wert wird in mIU/l (Milli-Internationale Einheiten pro Liter) angegeben. Die Referenzbereiche variieren je nach Labor leicht, folgende Orientierung gilt als Standard:

Bei einem auffälligen TSH-Wert werden in der Regel fT3 und fT4 (freie Hormonspiegel) sowie Schilddrüsen-Antikörper (Anti-TPO) als nächste Schritte bestimmt.

Behandlung und Verlauf

Die Hypothyreose ist gut behandelbar. Standardtherapie ist die tägliche Einnahme von L-Thyroxin (synthetisches T4), das der Körper bei Bedarf in das aktive T3 umwandelt. Die Dosierung wird anhand des TSH-Werts titriert.

Die Einnahme erfolgt morgens nüchtern, mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück, da Nahrung und viele Medikamente die Resorption beeinträchtigen. Eine Hashimoto-Erkrankung erfordert eine lebenslange Therapie, die Schilddrüsenfunktion nimmt mit der Zeit typischerweise weiter ab.

Regelmäßige TSH-Kontrollen (anfangs alle 6–8 Wochen, später jährlich) sind notwendig, um die Dosierung anzupassen.

Häufige Fragen

Kann ich meine Schilddrüse als Selbstzahler testen lassen?
Ja. Der TSH-Wert kann in einem Direktlabor oder in einer Arztpraxis ohne ärztliche Überweisung als Selbstzahlerleistung bestimmt werden. Die Krankenkasse übernimmt Schilddrüsentests in der Regel nur bei begründetem Verdacht oder im Rahmen von Check-up-Untersuchungen. Labguide zeigt dir den GOÄ-Richtwert und Labore in deiner Nähe.
Was ist der Unterschied zwischen TSH, fT3 und fT4?
TSH ist das Steuerhormon der Hirnanhangsdrüse und der empfindlichste Screening-Parameter. fT4 ist das Hauptprodukt der Schilddrüse, fT3 das aktive Hormon. Bei einem auffälligen TSH werden fT3 und fT4 ergänzend bestimmt, um zwischen subklinischer und manifester Hypothyreose zu unterscheiden.
Was ist Hashimoto und hat es immer eine Unterfunktion zur Folge?
Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der Antikörper (Anti-TPO, Anti-TG) schrittweise Schilddrüsengewebe zerstören. Im Verlauf kommt es typischerweise zur Hypothyreose, aber in frühen Phasen kann die Schilddrüsenfunktion noch normal sein oder es treten vorübergehend Phasen mit leichter Überfunktion auf.
Kann eine Schilddrüsenunterfunktion zu Gewichtszunahme führen?
Ja, eine verlangsamte Schilddrüsenfunktion reduziert den Grundumsatz und kann zu einer Gewichtszunahme von wenigen Kilogramm führen. Allerdings erklärt eine Hypothyreose selten eine deutliche Adipositas. Mit erfolgreicher Behandlung normalisiert sich der Grundumsatz, eine deutliche Gewichtsabnahme allein durch die Hormontherapie ist aber nicht zu erwarten.
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Medizinischer Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich zur allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Labwerte sollten immer im individuellen Kontext und in Absprache mit ihren Ärzten bewertet werden.