Omega-3-Index: Der unterschätzte Marker für Herz, Gehirn und Entzündungen

Was ist der Omega-3-Index?

Der Omega-3-Index misst den prozentualen Anteil der zwei wichtigsten marinen Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) an der Gesamtfettsäuremenge in den Membranen der roten Blutkörperchen. Da sich die Fettsäurezusammensetzung der Erythrozytenmembranen langsam verändert, spiegelt der Omega-3-Index die Omega-3-Versorgung der letzten 8 bis 12 Wochen wider und ist damit stabiler als eine einfache Blutserummessung.

EPA und DHA sind essenzielle Fettsäuren, die der Körper nicht in ausreichender Menge selbst herstellen kann. Sie müssen über fetten Seefisch, Algenöl oder Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden. Pflanzliches Alpha-Linolensäure (ALA) aus Lein- oder Rapsöl wird nur zu einem sehr geringen Teil in EPA und DHA umgewandelt.

Der Omega-3-Index ist kein Standardparameter im Routineblutbild. Er muss gezielt angefordert werden und wird als Selbstzahlerleistung abgerechnet. Die Messung erfolgt aus Vollblut, nicht aus Serum.

Welche Rolle spielen EPA und DHA im Körper?

EPA und DHA erfüllen im Körper vielfältige Funktionen:

Omega-3-Index (EPA+DHA) als Selbstzahler bestimmen lassen GOÄ-Richtwert, Referenzwerte und alle Infos auf der Parameterseite.
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Referenzwerte: Was ist ein guter Omega-3-Index?

Die folgende Einteilung hat sich in der Forschung etabliert:

In Deutschland liegt der durchschnittliche Omega-3-Index der Bevölkerung bei etwa 5 bis 6 %, da der Fischkonsum im europäischen Vergleich eher niedrig ist. In Japan und Südkorea, wo viel fetter Seefisch gegessen wird, werden regelmäßig Werte über 8 % gemessen.

Ein Omega-3-Index über 8 % wird in der Forschung mit einem etwas reduzierten Risiko für einen plötzlichen Herztod assoziiert. Das macht ihn zu einem spannenden ergänzenden Marker in der Prävention.

Wie lässt sich der Omega-3-Index verbessern?

Ernährung: Die besten natürlichen Quellen für EPA und DHA sind fette Seefische wie Lachs, Makrele, Hering und Sardinen. Zwei bis drei Portionen pro Woche können den Omega-3-Index deutlich verbessern. Für Personen, die keinen Fisch essen, ist Algenöl die einzige pflanzliche Direktquelle für EPA und DHA.

Supplementierung: Fischöl- und Algenölkapseln sind wirksam, wenn sie ausreichend EPA und DHA enthalten. Die Bioverfügbarkeit ist in der Triglyzeridform oder als Phospholipid (Krillöl) etwas höher als in der Ethylesterform. Eine übliche Dosierung zur Verbesserung des Omega-3-Index liegt bei 1.000 bis 2.000 mg EPA und DHA täglich.

Kontrolle: Nach 8 bis 12 Wochen konsequenter Supplementierung lässt sich die Verbesserung des Index gut messen.

Wer sollte den Omega-3-Index bestimmen lassen?

Besonders sinnvoll ist die Bestimmung bei:

Häufige Fragen

Kann ich den Omega-3-Index als Selbstzahler bestimmen lassen?
Ja. Der Omega-3-Index kann in einem Direktlabor oder in einer Arztpraxis ohne Überweisung als Selbstzahlerleistung bestimmt werden. Die Messung erfolgt aus Vollblut. Labguide zeigt dir den GOÄ-Richtwert und Labore in deiner Nähe.
Ist Fischöl oder Algenöl besser?
Beide sind wirksam. Algenöl hat den Vorteil, dass es direkt EPA und DHA liefert ohne den Umweg über den Fisch und damit auch für Personen geeignet ist, die keinen Fisch essen. Fischöl ist in der Regel günstiger. Auf Qualität und Frische achten, da Omega-3-Fettsäuren oxidationsempfindlich sind.
Kann man zu viel Omega-3 einnehmen?
Bei sehr hohen Dosen (über 3.000 mg EPA und DHA täglich) kann die Blutgerinnung beeinflusst werden. Bei üblichen Supplementierungsmengen von 1.000 bis 2.000 mg ist das Risiko gering. Wer Blutverdünner einnimmt, sollte eine Hochdosis-Supplementierung ärztlich abstimmen.
Warum reicht pflanzliches Omega-3 aus Leinöl nicht aus?
Leinöl enthält ALA (Alpha-Linolensäure), eine pflanzliche Omega-3-Fettsäure. Der Körper kann ALA zwar in EPA und DHA umwandeln, aber die Umwandlungsrate ist sehr gering und liegt je nach Person bei unter 5 %. Pflanzliche Omega-3-Quellen reichen daher allein nicht aus, um den Omega-3-Index in den Zielbereich zu heben.
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Medizinischer Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich zur allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Labwerte sollten immer im individuellen Kontext und in Absprache mit ihren Ärzten bewertet werden.