Magnesiummangel: Weit verbreitet, oft verkannt – was du wissen musst

Was ist Magnesium und warum ist es so wichtig?

Magnesium ist ein essenzielles Mineral und an über 300 enzymatischen Reaktionen im Körper beteiligt. Es ist unentbehrlich für die Muskelfunktion, Nervenleitung, Proteinsynthese, Energiestoffwechsel (ATP-Produktion) und die DNA-Replikation. Darüber hinaus reguliert Magnesium den Kalzium- und Kaliumhaushalt und wirkt als natürlicher Gegenspieler von Kalzium entspannend auf glatte und quergestreifte Muskulatur.

Der Körper enthält etwa 25 g Magnesium, davon sind rund 60 % in den Knochen gebunden, der Rest in Muskeln und anderen Geweben. Im Blut befinden sich nur etwa 1 % des Gesamtmagnesiums, dadurch spiegelt der Serumwert die Gesamtkörperspeicher nur eingeschränkt wider.

Ein normaler Serumwert schließt einen Magnesiummangel nicht immer sicher aus. Der Körper reguliert den Serumwert auf Kosten der Gewebespeicher. In speziellen Situationen kann ergänzend eine intrazelluläre Magnesiummessung diskutiert werden.

Wie häufig ist Magnesiummangel?

Eine niedrige Magnesiumzufuhr über die Ernährung ist relativ häufig. Schätzungen gehen davon aus, dass ein erheblicher Teil der deutschen Bevölkerung die empfohlene Tageszufuhr von 300–400 mg nicht erreicht. Industriell verarbeitete Lebensmittel haben deutlich niedrigere Magnesiumgehalte als unverarbeitete, magnesiumreiche Nahrungsmittel.

Bestimmte Gruppen sind besonders gefährdet: ältere Menschen (verminderte Aufnahme, häufigerer Gebrauch magnesiuriebefördernder Medikamente), Menschen mit Typ-2-Diabetes (erhöhte renale Ausscheidung), Personen mit Magen-Darm-Erkrankungen sowie Personen im Leistungssport (erhöhter Schweißverlust).

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Ursachen: Warum entsteht ein Mangel?

Drei Hauptmechanismen führen zu einem Magnesiummangel:

Bestimmte Medikamente (Diuretika, Antibiotika vom Aminoglykosid-Typ, Cisplatin, Cyclosporin) können Magnesium gezielt aus dem Körper ausschwemmen.

Symptome eines Magnesiummangels

Die Symptome eines Magnesiummangels sind vielfältig, weil Magnesium so viele Körperfunktionen reguliert:

Diese Symptome sind unspezifisch. Muskelkrämpfe beispielsweise können viele Ursachen haben. Ein Bluttest kann zur Einschätzung des Magnesiumstatus beitragen.

Magnesiummangel und Schlafprobleme verstärken sich gegenseitig: Magnesium spielt eine Rolle in der Regulation von Nerven- und Muskelfunktion.. Gleichzeitig kann schlechter Schlaf den Magnesiumhaushalt beeinflussen

Magnesium auffüllen: Ernährung und Supplementierung

Ernährungsquellen: Magnesiumreiche Lebensmittel sind Kürbiskerne, Mandeln, Cashews, dunkle Schokolade (ab 70 %), Haferflocken, Hülsenfrüchte, Quinoa, Spinat und Vollkornbrot.

Supplementierung: Verschiedene Magnesiumverbindungen haben unterschiedliche Bioverfügbarkeit und Verträglichkeit:

Übliche Dosierungen liegen bei 200–400 mg elementarem Magnesium pro Tag. Zu hohe Dosen können Durchfall verursachen und sind ein Signal zur Dosisreduktion, aber kein Gesundheitsrisiko bei gesunder Nierenfunktion.

Häufige Fragen

Kann ich meinen Magnesiumstatus per Bluttest prüfen?
Ja, Magnesium im Serum kann als Selbstzahlerleistung in einem Direktlabor oder in einer Arztpraxis bestimmt werden. Der Serumwert ist jedoch eine grobe Orientierung, er kann trotz niedrigen Gesamtmagnesiums normal sein. Die intrazelluläre Magnesiummessung (Erythrozyten-Magnesium, auch RBC-Magnesium genannt) kann ergänzende Informationen liefern, wird aber seltener angeboten. Labguide zeigt dir GOÄ-Richtwerte und Labore in deiner Nähe.
Kann man zu viel Magnesium einnehmen?
Bei gesunder Nierenfunktion ist eine Überdosierung über Nahrungsergänzungsmittel schwer zu erreichen. Erste Nebenwirkung bei zu hoher Dosierung ist Durchfall. Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann Magnesium gefährlich akkumulieren, in diesem Fall sollte eine Supplementierung immer ärztlich begleitet werden.
Helfen Magnesiumcremes oder Ölsprays ("transdermales Magnesium")?
Die wissenschaftliche Evidenz für transdermale Magnesiumaufnahme ist sehr begrenzt. Die Haut ist eine effektive Barriere; ob relevante Mengen Magnesium über die Haut aufgenommen werden, ist nicht belegt. Orale Supplementierung mit gut resorbierbaren Verbindungen (z. B. Glycinat oder Malat) ist die empfohlene und belegte Methode.
Helfen Magnesiumpräparate gegen Migräne?
Ja, es gibt gute Evidenz, dass Magnesium (400–600 mg/Tag) die Häufigkeit von Migräneattacken reduzieren kann, besonders bei menstruationsassoziierter Migräne und bei Personen mit niedrigen Magnesiumspiegeln. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie erwähnt Magnesium als Option in der Migräneprophylaxe.
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Medizinischer Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich zur allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Labwerte sollten immer im individuellen Kontext und in Absprache mit ihren Ärzten bewertet werden.