Lipoprotein(a): Warum dieser Blutfettwert einmal im Leben gemessen werden sollte

Was ist Lipoprotein(a)?

Lipoprotein(a), abgekürzt Lp(a) (ausgesprochen: Lipoprotein klein a), ist ein Lipoproteinpartikel, der strukturell dem LDL-Cholesterin ähnelt, aber zusätzlich ein Protein namens Apolipoprotein(a) trägt. Dieser Anhang verleiht Lp(a) besondere atherogene und möglicherweise prothrombotische Eigenschaften: Es lagert sich in Gefäßwänden ab und kann die körpereigene Gerinnungsauflösung beeinflussen.

Der Lp(a)-Spiegel ist zu über 90 % genetisch festgelegt und wird kaum durch Ernährung, Sport oder Lebensstiländerungen beeinflusst. Wer einen hohen Wert hat, hat ihn in der Regel ein Leben lang.

Weil Lp(a) genetisch bestimmt ist und sich kaum verändert, reicht in der Regel eine einmalige Messung im Erwachsenenalter aus. Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) empfiehlt, Lp(a) bei Erwachsenen mindestens einmal im Leben zu bestimmen.

Warum ist Lp(a) ein Risikofaktor?

Lp(a) erhöht das kardiovaskuläre Risiko auf zwei Wegen:

Personen mit sehr hohem Lp(a) haben ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, periphere arterielle Verschlusskrankheit und Aortenklappenstenose. Das Risiko ist unabhängig vom LDL-Cholesterin und addiert sich zu anderen Risikofaktoren.

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Referenzwerte: Ab wann besteht ein erhöhtes Risiko?

Lp(a) wird entweder in mg/dl oder nmol/l angegeben. Achtung: Die Einheiten sind nicht direkt proportional umrechenbar, da Lp(a)-Partikel unterschiedlich groß sein können.

Schätzungsweise 20 % der Bevölkerung haben ein genetisch erhöhtes Lp(a). Viele davon wissen es nicht, weil Lp(a) nicht im Standardblutbild enthalten ist.

Kann man Lp(a) senken?

Derzeit gilt: Klassische Maßnahmen wie Ernährungsumstellung, Sport oder Statine haben meist nur einen geringen Einfluss auf Lp(a). Folgende Ansätze sind bekannt:

Da Lp(a) kaum direkt senkbar ist, liegt der Fokus auf der Reduktion aller anderen kardiovaskulären Risikofaktoren: LDL senken, Blutdruck kontrollieren, nicht rauchen, regelmäßig bewegen.

Für wen ist die Messung besonders relevant?

Eine Lp(a)-Messung ist besonders sinnvoll bei:

Häufige Fragen

Kann ich Lp(a) als Selbstzahler bestimmen lassen?
Ja. Lipoprotein(a) kann in einem Direktlabor oder in einer Arztpraxis ohne Überweisung als Selbstzahlerleistung bestimmt werden. Da der Wert sich kaum verändert, reicht in der Regel eine einmalige Messung. Labguide zeigt dir den GOÄ-Richtwert und Labore in deiner Nähe.
Warum ist Lp(a) nicht im Standard-Cholesterin-Panel enthalten?
Lp(a) wurde lange unterschätzt und ist teurer in der Bestimmung als Standardlipide. Zudem fehlten lange spezifische Therapieoptionen, was die Motivation zur Messung reduzierte. Inzwischen empfehlen mehrere kardiologische Fachgesellschaften eine einmalige Messung für alle Erwachsenen.
Muss ich bei hohem Lp(a) Medikamente nehmen?
Nicht zwingend. Ob eine medikamentöse Behandlung sinnvoll ist, hängt vom Gesamtrisikoprofil ab. Bei sehr hohem Lp(a) und gleichzeitig anderen Risikofaktoren (hohem LDL, Rauchen, Bluthochdruck) ist eine aggressive LDL-Senkung sinnvoll. Neue spezifische Lp(a)-senkende Therapien sind in Entwicklung.
Vererbt sich ein hohes Lp(a)?
Ja, Lp(a) ist stark genetisch bestimmt. Wer ein hohes Lp(a) hat, hat es wahrscheinlich von einem Elternteil geerbt. Das bedeutet auch, dass Kinder von betroffenen Personen erhöhte Werte haben können. Eine familiäre Abklärung kann sinnvoll sein.
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Medizinischer Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich zur allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Labwerte sollten immer im individuellen Kontext und in Absprache mit ihren Ärzten bewertet werden.