Eisenmangel: Ursachen, Symptome und Handlungsoptionen

Eisen im Körper: Was steckt dahinter?

Eisen ist ein essenzielles Spurenelement, das der Körper nicht selbst herstellen kann. Es muss über die Nahrung aufgenommen werden. Die wichtigste Funktion von Eisen ist der Sauerstofftransport: Als Bestandteil des Hämoglobins in roten Blutkörperchen bindet Eisen Sauerstoff in der Lunge und gibt ihn in den Geweben ab.

Darüber hinaus ist Eisen an der Energieproduktion in den Mitochondrien, an der DNA-Synthese und an der Funktion des Immunsystems beteiligt. Im Körper wird Eisen hauptsächlich in Form von Ferritin gespeichert und somit der wichtigste Laborwert zur Beurteilung der Eisenspeicher.

Der Eisenwert im Serum allein ist wenig aussagekräftig, er schwankt stark je nach Tageszeit und letzter Mahlzeit. Ferritin spiegelt die tatsächlichen Eisenspeicher deutlich zuverlässiger wider.

Wie häufig ist Eisenmangel in Deutschland?

Eisenmangel ist weltweit der häufigste Mikronährstoffmangel. In Deutschland sind besonders Frauen im gebärfähigen Alter betroffen: Durch den monatlichen Blutverlust ist der Eisenbedarf erhöht, und die Zufuhr über die Nahrung reicht häufig nicht aus. Schätzungen zufolge weist etwa jede fünfte Frau in Deutschland einen Ferritinmangel auf.

Aber auch Männer, ältere Menschen, Personen im Leistungssport und Personen mit pflanzlicher Ernährung können betroffen sein. Veganer und Vegetarier nehmen zwar pflanzliches Eisen (Non-Häm-Eisen) auf, das aber deutlich schlechter vom Körper aufgenommen wird als das tierische Häm-Eisen.

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Ursachen: Warum entsteht ein Eisenmangel?

Es gibt drei grundlegende Mechanismen, durch die ein Eisenmangel entsteht:

Seltener liegt die Ursache in einer gestörten Aufnahme, etwa bei Zöliakie, Morbus Crohn oder nach Magenoperationen.

Symptome eines Eisenmangels

Eisenmangel entwickelt sich schleichend und verläuft anfangs oft symptomlos. Erst wenn die Speicher deutlich erschöpft sind, zeigen sich typische Beschwerden:

Viele dieser Symptome sind unspezifisch. Ein Bluttest ist der einzige Weg, einen Eisenmangel sicher zu erkennen oder auszuschließen.

Haarausfall ist ein häufig unterschätztes Symptom eines Eisenmangels. Viele Dermatologen empfehlen deshalb eine Ferritinbestimmung als Teil der Abklärung bei diffusem Haarausfall.

Referenzwerte: Ab wann spricht man von einem Mangel?

Die Beurteilung richtet sich in erster Linie nach dem Ferritinwert (Eisenspeicher) und, bei bestehendem Mangel, nach dem Hämoglobinwert (liegt eine Anämie vor?):

Wichtig: Ferritin ist auch ein Entzündungsmarker. Bei akuten Infekten oder Entzündungen kann Ferritin trotz niedrigem Eisenstatus erhöht sein, ein gleichzeitig erhöhtes CRP sollte die Interpretation leiten.

Eine Eisenmangelanämie (Hb erniedrigt, Ferritin erniedrigt) ist das Endstadium, der Mangel besteht oft schon lange vorher, ohne dass die Blutbildung beeinträchtigt ist.

Was tun bei einem Eisenmangel?

Ernährung: Rotes Fleisch, Leber und andere Innereien liefern gut verfügbares Häm-Eisen. Pflanzliche Quellen wie Hülsenfrüchte, Spinat und Haferflocken enthalten Non-Häm-Eisen, welches schlechter aufgenommen wird. Vitamin C kann hier die Aufnahme aber noch einmal gut verbessern. Kaffee, Tee und calciumreiche Lebensmittel direkt zu eisenreichen Mahlzeiten vermeiden.

Supplementierung: Eisenpräparate gibt es in verschiedenen Verbindungen, Eisensulfat, Eisengluconat, Eisenbisglycinat. Letzteres wird oft besser vertragen. Die Einnahme auf nüchternen Magen oder mit Vitamin C verbessert die Aufnahme. Typische Nebenwirkungen sind Magenprobleme und dunkler Stuhl.

Kontrolle: Nach 8–12 Wochen Supplementierung empfiehlt sich eine erneute Ferritinmessung. Bei fehlender Besserung trotz Supplementierung sollte eine zugrunde liegende Ursache (z. B. Blutungsquelle, Aufnahmestörung) abgeklärt werden.

Häufige Fragen

Welcher Blutwert zeigt Eisenmangel am zuverlässigsten?
Ferritin ist der empfindlichste Marker für die Eisenspeicher und fällt ab, bevor andere Werte wie Hämoglobin oder das Serum-Eisen auffällig werden. Zusätzlich kann die Transferrinsättigung informativ sein. Das Serum-Eisen allein ist wenig aussagekräftig, da es stark schwankt.
Kann ich meinen Eisenstatus als Selbstzahler testen lassen?
Ja. Ferritin kann in einem Direktlabor oder in einer Arztpraxis ohne Überweisung als Selbstzahlerleistung bestimmt werden. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten in der Regel nur bei begründetem Verdacht. Labguide zeigt dir den GOÄ-Richtwert und Labore in deiner Nähe.
Kann Eisenmangel auch ohne Anämie bestehen?
Ja, das ist sogar der häufigere Fall. Ein latenter Eisenmangel (leere Speicher, normales Blutbild) kann bereits Symptome wie Müdigkeit, Haarausfall und Konzentrationsprobleme verursachen, ohne dass Hämoglobin oder Hämatokrit erniedrigt sind.
Wie lange dauert es, die Eisenspeicher aufzufüllen?
Bei konsequenter Supplementierung dauert es in der Regel 2–4 Monate, bis die Ferritinspeicher wieder aufgefüllt sind, je nach Ausgangswert und Dosis. Die Symptomverbesserung kann schon früher eintreten. Eine Kontrollmessung nach 8–12 Wochen ist sinnvoll.
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Medizinischer Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich zur allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Labwerte sollten immer im individuellen Kontext und in Absprache mit ihren Ärzten bewertet werden.