CRP und chronische Entzündung: Was der hochsensitive Blutmarker verrät
Was ist CRP und was misst es?
C-reaktives Protein (CRP) ist ein Akute-Phase-Protein, das die Leber als Reaktion auf entzündliche Reize produziert. Es ist einer der empfindlichsten Marker für systemische Entzündungen und steigt bei bakteriellen Infektionen, Gewebeschäden oder entzündlichen Erkrankungen innerhalb von Stunden an.
Es gibt zwei verschiedene CRP-Tests mit unterschiedlicher Empfindlichkeit:
- Standard-CRP: Erkennt Entzündungen ab etwa 5–10 mg/l, was für die Erkennung akuter Infekte oder Entzündungsschübe geeignet ist
- Hochsensitives CRP (hsCRP): Misst im Bereich von 0,1–10 mg/l und erkennt auch niedriggradige, chronische Entzündungsprozesse, die mit dem Standard-Test unsichtbar wären.
Chronische Entzündung: Ein unterschätzter Risikofaktor
Chronische, niedriggradige Entzündungen ("stille Entzündung" oder englisch "silent inflammation") verlaufen ohne akute Symptome, schädigen aber über Monate und Jahre Gewebe und Gefäße. Sie werden mit der Entstehung und dem Fortschreiten verschiedener Erkrankungen in Verbindung gebracht, darunter:
- Arteriosklerose und koronarer Herzerkrankung
- Typ-2-Diabetes
- Metabolischem Syndrom
- neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer
hsCRP gehört zu den am besten untersuchten und am einfachsten verfügbaren Blutmarkern für systemische Entzündungsprozesse.
Referenzwerte: Was gilt als erhöht?
Das hsCRP wird in mg/l angegeben. Für die kardiovaskuläre Risikobeurteilung hat sich folgende Einteilung etabliert (American Heart Association / Centers for Disease Control):
- Unter 1,0 mg/l: Niedriges Entzündungsniveau, ein günstiges kardiovaskuläres Risikoprofil
- 1,0–3,0 mg/l: Mittleres Entzündungsniveau, ein mäßig erhöhtes Risiko
- Über 3,0 mg/l: Erhöhtes Entzündungsniveau, ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko
- Über 10 mg/l: Wahrscheinlich akute Entzündung oder Infektion, daher ist die Messung für Risikobeurteilung nicht verwertbar. Es sollte zunächst nach der akuten Ursache gesucht werden
Wichtig: Ein einmaliger Wert kann durch aktuelle Infekte oder körperliche Belastung beeinflusst sein. Für eine Risikobeurteilung sollten mindestens zwei Messungen im Abstand von 2 Wochen ohne akuten Infekt herangezogen werden.
Was erhöht das CRP?
Viele Faktoren können den hsCRP-Wert erhöhen:
- Übergewicht (besonders viszerales Fett): Fettgewebe produziert proinflammatorische Zytokine.
- Rauchen: Führt zu chronischer Entzündung der Atemwege und systemisch.
- Bewegungsmangel
- Ungesunde Ernährung: Viel raffinierter Zucker, Transfette, verarbeitetes Fleisch.
- Chronischer Stress und Schlafmangel
- Parodontitis (Zahnfleischentzündung): Häufig unterschätzte Quelle systemischer Entzündung.
- Autoimmunerkrankungen (Rheumatoide Arthritis, Lupus, CED)
- Schlafapnoe
Wie lässt sich chronische Entzündung senken?
Chronische Entzündung ist durch Lebensstilmaßnahmen gut beeinflussbar:
- Gewichtsreduktion: Bereits 5–10 % Gewichtsabnahme senken hsCRP messbar.
- Regelmäßige Bewegung: Moderate Ausdauerbelastung hat entzündungshemmende Wirkung.
- Ernährung: Ernährung mit hohem Anteil an Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Nüssen und Omega-3-Fettsäuren. Eine mediterran geprägte Ernährung wird mit niedrigeren hsCRP-Werten in Verbindung gebracht.
- Rauchen aufhören
- Zahngesundheit verbessern: Parodontitis behandeln lassen.
- Schlaf optimieren: 7–9 Stunden pro Nacht.
- Stressmanagement
Kontrollmessungen nach 3–6 Monaten zeigen, ob die Maßnahmen wirken.