CRP und chronische Entzündung: Was der hochsensitive Blutmarker verrät

Was ist CRP und was misst es?

C-reaktives Protein (CRP) ist ein Akute-Phase-Protein, das die Leber als Reaktion auf entzündliche Reize produziert. Es ist einer der empfindlichsten Marker für systemische Entzündungen und steigt bei bakteriellen Infektionen, Gewebeschäden oder entzündlichen Erkrankungen innerhalb von Stunden an.

Es gibt zwei verschiedene CRP-Tests mit unterschiedlicher Empfindlichkeit:

Für die Beurteilung des kardiovaskulären Risikos wird ausschließlich das hochsensitive CRP (hsCRP) eingesetzt. Der Standard-CRP-Test hat in diesem Bereich keine ausreichende Auflösung.

Chronische Entzündung: Ein unterschätzter Risikofaktor

Chronische, niedriggradige Entzündungen ("stille Entzündung" oder englisch "silent inflammation") verlaufen ohne akute Symptome, schädigen aber über Monate und Jahre Gewebe und Gefäße. Sie werden mit der Entstehung und dem Fortschreiten verschiedener Erkrankungen in Verbindung gebracht, darunter:

hsCRP gehört zu den am besten untersuchten und am einfachsten verfügbaren Blutmarkern für systemische Entzündungsprozesse.

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Referenzwerte: Was gilt als erhöht?

Das hsCRP wird in mg/l angegeben. Für die kardiovaskuläre Risikobeurteilung hat sich folgende Einteilung etabliert (American Heart Association / Centers for Disease Control):

Wichtig: Ein einmaliger Wert kann durch aktuelle Infekte oder körperliche Belastung beeinflusst sein. Für eine Risikobeurteilung sollten mindestens zwei Messungen im Abstand von 2 Wochen ohne akuten Infekt herangezogen werden.

hsCRP zeigt an, dass irgendwo im Körper ein Entzündungsprozess besteht. Der Wert selbst verrät jedoch nicht die Ursache. Für die Interpretation sind Symptome, weitere Laborwerte und die individuelle Situation entscheidend. Zahnfleischentzündungen, Schlafapnoe, Übergewicht und chronischer Stress können häufige Ursachen sein, oft ohne dass Betroffene etwas davon bemerken.

Was erhöht das CRP?

Viele Faktoren können den hsCRP-Wert erhöhen:

Wie lässt sich chronische Entzündung senken?

Chronische Entzündung ist durch Lebensstilmaßnahmen gut beeinflussbar:

Kontrollmessungen nach 3–6 Monaten zeigen, ob die Maßnahmen wirken.

Häufige Fragen

Kann ich das hsCRP als Selbstzahler bestimmen lassen?
Ja. Das hochsensitive CRP kann in einem Direktlabor oder in einer Arztpraxis ohne Überweisung als Selbstzahlerleistung bestimmt werden. Achte darauf, das hsCRP (hochsensitiv) anzufordern und nicht das Standard-CRP, das im niedrigen Bereich keine Aussagekraft hat. Labguide zeigt dir den GOÄ-Richtwert und Labore in deiner Nähe.
Was ist der Unterschied zwischen Standard-CRP und hsCRP?
Beide Tests messen dasselbe Protein, aber mit unterschiedlicher Methode und Empfindlichkeit. Standard-CRP erkennt Werte ab ca. 5–10 mg/l, ideal für akute Infekte. hsCRP misst im Bereich 0,1–10 mg/l und ist damit das geeignete Instrument für die kardiovaskuläre Risikobeurteilung. Für die Einschätzung chronischer Entzündungsprozesse und des kardiovaskulären Risikos wird in der Regel das hsCRP verwendet.
Muss ich nüchtern sein, wenn ich hsCRP messen lasse?
Nüchternheit ist für das hsCRP nicht zwingend erforderlich, da eine Mahlzeit den Wert nur geringfügig beeinflusst. Allerdings empfiehlt sich bei einer kombinierten Blutuntersuchung (z. B. mit Lipidprofil oder Blutzucker) grundsätzlich eine Nüchternabnahme.
Was wenn mein hsCRP einmalig über 10 mg/l liegt?
Ein Wert über 10 mg/l deutet auf eine akute Entzündung oder Infektion hin und ist für die kardiovaskuläre Risikobeurteilung nicht verwertbar. In diesem Fall sollte der Test nach vollständiger Ausheilung (mindestens 2–4 Wochen nach Ende eines Infekts) wiederholt werden.
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Medizinischer Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich zur allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Labwerte sollten immer im individuellen Kontext und in Absprache mit ihren Ärzten bewertet werden.