Östradiol: Blutwerte im Zusammenhang mit Zyklus und Fruchtbarkeit

Was ist Östradiol und welche Rolle spielt es im Körper?

Östradiol (E2) ist die biologisch aktivste Form der Östrogene und wird vor der Menopause hauptsächlich in den Eierstöcken produziert. Kleinere Mengen entstehen auch in anderen Geweben durch die Umwandlung von Androgenen. Östradiol ist an mehreren Funktionen beteiligt:

Der Östradiolspiegel verändert sich deutlich im Zyklusverlauf. Für die Interpretation sind Zyklustag, Beschwerden, Medikamente und die jeweilige Fragestellung wichtig. Bei bestimmten Untersuchungen wird die frühe Follikelphase zwischen Tag 2 und 5 genutzt.

Östradiol im Zyklusverlauf

Bei Personen mit Ovarien und regelmäßigem Zyklus verändert sich der Östradiolspiegel im Monatsverlauf deutlich:

Diese Schwankungen sind biologisch normal. Ein einzelner Messwert ohne Zykluszuordnung ist daher nur begrenzt interpretierbar.

Östradiol (E2) als Selbstzahler bestimmen lassen GOÄ-Richtwert, Referenzwerte und alle Infos auf der Parameterseite.

Wann ist Östradiol zu niedrig?

Dauerhaft niedrige Östradiolwerte entstehen bei:

Wann ist Östradiol zu hoch?

Ein hoher Wert kann je nach Zyklusphase normal sein. Außerhalb des erwarteten Bereichs kommen unter anderem folgende Ursachen infrage:

Auch Personen mit Hoden bilden Östradiol. Der Wert kann bei Gynäkomastie oder im Rahmen einer umfassenden Hormondiagnostik relevant sein. Er sollte immer zusammen mit Beschwerden, Medikamenten und weiteren Hormonwerten beurteilt werden.

Wann ist eine Östradiolmessung sinnvoll?

Eine Bestimmung des Östradiolspiegels ist sinnvoll bei:

Bei gesunden Personen ab 45 Jahren wird die Perimenopause oder Menopause in der Regel anhand typischer Beschwerden und Zyklusveränderungen festgestellt. Eine Östradiolmessung ist dafür meist nicht erforderlich.

Häufige Fragen

Kann ich meinen Östradiolwert als Selbstzahler bestimmen lassen?
Ja. Östradiol kann in einem Direktlabor oder in einer Arztpraxis ohne Überweisung als Selbstzahlerleistung bestimmt werden. Für eine aussagekräftige Interpretation sollte der Zyklustag angegeben werden. Labguide zeigt dir den GOÄ-Richtwert und Labore in deiner Nähe.
Was ist der Unterschied zwischen Östradiol, Östron und Östriol?
Die drei Östrogene haben unterschiedliche Wirkstärken und Vorkommen im Körper. Östradiol (E2) ist das stärkste und im reproduktionsfähigen Alter dominante Östrogen. Östron (E1) wird nach der Menopause im Fettgewebe produziert und ist dann das vorherrschende Östrogen. Östriol (E3) ist das schwächste der drei und spielt besonders in der Schwangerschaft eine Rolle.
Können Phytoöstrogene aus der Nahrung den Östradiolspiegel beeinflussen?
Phytoöstrogene aus Soja, Leinsamen und anderen pflanzlichen Quellen binden an Östrogenrezeptoren, sind aber deutlich schwächer wirksam als körpereigenes Östradiol. Ihr Einfluss auf den Blutöstradiolspiegel ist bei normalen Verzehrmengen gering. Bei hormonabhängigen Erkrankungen sollte die Ernährung ärztlich besprochen werden.
Beeinflusst die Pille den Östradiolwert im Blut?
Ja. Kombinationspillen enthalten synthetische Östrogene, die den körpereigenen Östradiolspiegel im Blut in der Regel supprimieren, da die Hypophyse weniger FSH ausschüttet. Eine Östradiolmessung unter Pilleneinnahme ist daher wenig aussagekräftig für die Beurteilung der körpereigenen Ovarialfunktion.
Östradiol (E2) in deine Blutanalyse aufnehmen Kombiniere mehrere Parameter und exportiere deine Liste als PDF.
Jetzt auswählen →
Medizinischer Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich zur allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Labwerte sollten immer im individuellen Kontext und in Absprache mit ihren Ärzten bewertet werden.