DHEA-S: Den Laborwert der Nebennieren richtig einordnen

Was ist DHEA-S und wo wird es produziert?

DHEA (Dehydroepiandrosteron) ist ein Steroidhormon, das hauptsächlich in der Nebennierenrinde produziert wird, in kleinen Mengen auch in den Gonaden und im Gehirn. DHEA-S (DHEA-Sulfat) ist die sulfatierte Speicherform von DHEA, die im Blut zirkuliert und bei Bedarf in DHEA und weiter in Sexualhormone wie Testosteron und Östradiol umgewandelt werden kann.

DHEA-S ist ein Vorläufer für Androgene und Östrogene in verschiedenen Geweben. Im Labor wird meist DHEA-S statt DHEA bestimmt, weil seine Konzentration im Tagesverlauf deutlich stabiler ist.

DHEA-S ist im Gegensatz zu Cortisol und vielen Sexualhormonen im Tagesverlauf relativ stabil und kaum mahlzeitenabhängig. Für die Messung ist daher meist keine bestimmte Tageszeit erforderlich.

Warum DHEA-S mit dem Alter sinkt

DHEA-S erreicht seine höchsten Konzentrationen im jungen Erwachsenenalter und nimmt danach schrittweise ab. Deshalb gelten je nach Alter und Geschlecht unterschiedliche Referenzbereiche.

Der altersbedingte Rückgang ist zunächst ein normaler Befund. Ein niedriger Wert erklärt unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit oder nachlassende Leistungsfähigkeit nicht automatisch. Als allgemeiner Marker für Wohlbefinden oder Alterung ist DHEA-S nicht geeignet.

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Wann ist DHEA-S diagnostisch relevant?

DHEA-S wird vor allem in der endokrinologischen Diagnostik genutzt:

Referenzwerte: Was ist normal?

DHEA-S wird meist in µg/dl oder µmol/l angegeben. Die Konzentration ist bei Kindern niedrig, steigt während der Pubertät an und erreicht im jungen Erwachsenenalter ihren höchsten Bereich. Danach nimmt sie schrittweise ab.

Ein allgemeiner Grenzwert wäre deshalb irreführend. Für die Interpretation gilt der altersbezogene und geschlechtsspezifische Referenzbereich des untersuchenden Labors. Stark erhöhte Werte sind diagnostisch meist aussagekräftiger als ein Wert im unteren Normalbereich.

Ein Wert im unteren Bereich der altersgerechten Referenz ist nicht automatisch behandlungsbedürftig. Entscheidend sind Fragestellung, Beschwerden, Medikamente und weitere Hormonwerte.

Wann ist eine Messung sinnvoll?

Eine DHEA-S-Bestimmung ist sinnvoll bei:

Häufige Fragen

Kann ich DHEA-S als Selbstzahler bestimmen lassen?
Ja. DHEA-S kann in einem Direktlabor oder in einer Arztpraxis ohne Überweisung als Selbstzahlerleistung bestimmt werden. Da der Wert im Tagesverlauf stabil ist, ist keine besondere Abnahmezeit nötig. Labguide zeigt dir den GOÄ-Richtwert und Labore in deiner Nähe.
Sollte man DHEA als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen?
DHEA-Präparate sind in Deutschland rezeptpflichtig. Für eine Einnahme gegen normale Alterserscheinungen ist kein verlässlicher Nutzen belegt. Da DHEA in aktive Sexualhormone umgewandelt wird und Nebenwirkungen verursachen kann, gehört eine Behandlung in ärztliche Hände.
Was ist der Unterschied zwischen DHEA und DHEA-S?
DHEA ist die freie, biologisch aktive Form. DHEA-S ist die sulfatierte Speicherform, die deutlich stabiler im Blut ist und eine viel längere Halbwertszeit hat. Im Labor wird daher meist DHEA-S gemessen. Bei Bedarf kann aus DHEA-S wieder DHEA freigesetzt werden.
Kann ein zu hohes DHEA-S auch ein Problem sein?
Ja. Stark erhöhte DHEA-S-Werte können auf einen androgenproduzierenden Nebennierentumor oder bei Personen mit Ovarien auf PCOS hinweisen. Bei Androgenisierungszeichen wie Akne, Hirsutismus oder Zyklusstörungen sollte der Befund ärztlich abgeklärt werden.
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Medizinischer Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich zur allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Labwerte sollten immer im individuellen Kontext und in Absprache mit ihren Ärzten bewertet werden.