AMH (Anti-Müller-Hormon)
AMH (Anti-Müller-Hormon) wird von den Eibläschen (Follikeln) in den Eierstöcken produziert und ist der zuverlässigste Marker für die ovarielle Reserve – also die Menge der verbleibenden Eizellen. AMH ist zyklusunabhängig und kann an jedem Tag des Zyklus abgenommen werden.
Klinische Bedeutung
AMH ist der Standardmarker zur Beurteilung der Fruchtbarkeitsreserve und der wichtigste Parameter für die IVF-Planung (Prognose für Eizellentnahme). Bei Frauen mit Kinderwunsch gibt AMH Auskunft, wie dringlich die Zeit ist. AMH ist außerdem erhöht bei PCOS (polyzystischem Ovarialsyndrom – hohe Follikelzahl) und nach Chemotherapie oder Ovarialchirurgie erniedrigt. Männer produzieren AMH in den Sertoli-Zellen (relevant bei Hodenfunktionsdiagnostik, aber selten bestimmt).
Referenz- und Optimalwerte
Frauen (reproduktives Alter): 1,0–4,0 ng/ml (7,1–28,6 pmol/l) gilt als gut. < 1,0 ng/ml = reduzierte Reserve; < 0,5 ng/ml = stark reduziert. Optimal für IVF: > 2,0 ng/ml. Zyklusunabhängig messbar.
Interpretation immer altersangepasst; kein Nüchtern notwendig; zyklusunabhängig
Mangelzeichen & Symptome
Erniedrigt: reduzierte Eierstockreserve, schlechtere Prognose für IVF, vorzeitige Menopause (POI – primäre Ovarialinsuffizienz). Erhöht: typisch für PCOS; erhöhtes Risiko für Überstimulationssyndrom bei IVF.
Kosten in Deutschland
| Labor / Anbieter | Preis |
|---|---|
| Richtwert (DE, GOÄ) | ~50,27 € |
Preise als Richtwert (GOÄ-Faktor 1,15). Laborärztliche Leistungen sind umsatzsteuerfrei (§ 4 Nr. 14 UStG). Individuelle Preise können abweichen.